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Impfen Leitartikel

22.08.2005

Reisemedizin

Gesundheitsrisiken in der Russischen Föderation

In diesem riesigen Land gibt es eine Reihe von Gesundheitsrisiken, auf die hier kurz eingegangen werden soll, auch wenn viele davon den touristisch Reisenden nicht berühren.
Landesweit ist mit Durchfallerkrankungen zu rechnen, der Verzehr von unzureichend gegartem Bären- und Wildschweinfleisch führt immer wieder zu Trichinellosenerkrankungen. Eingeweckte Lebensmittel aber auch Räucherfisch bergen das Risiko von Botulismusvergiftungen (sporadisch, in Clustern). Im Sommer/Herbst steigt die Zahl der Pilzvergiftungen an, Hauptursache ist die Unkenntnis der Sammler.
Allgemein ist ein kritischer Umgang mit den erhältlichen Nahrungsmitteln angeraten; die Hepatitis-A-Impfung wird ohnehin empfohlen.

In den Regionen Moskau, Woronesch, Wladimir, Swerdlowsk und Nischni-Nowgorod wurden unlängst mehr als 300 Fälle von Tularämie gemeldet. In einigen Regionen ist diese Erkrankung endemisch. Übertragungswege sind der direkte Kontakt zu erkrankten Tieren, Bisse von Bremsen oder anderen Blutsaugern und der Kontakt mit kontaminierten Gewässern, z.B. durch Baden in Flüssen und (Stau-)Seen. Sporadisch tritt auch Leptospirose auf, ebenfalls durch direkten Kontakt mit (Nage-)Tieren oder durch mit Tierfäkalien verunreinigtes Wasser übertragen.

In Rußland gibt es eine Reihe von Krankheiten, die durch Zeckenbisse übertragen werden, darunter fallen landesweit die Borreliose und - in Waldgebieten - die FSME/RSSE. Gegen letztere gibt es eine Impfungmöglichkeit.
Krim-Kongo-Fieber tritt vor allem im Süden auf (Don, Wolga).

Stark zugenommen hat das Tollwutvorkommen. Über die Weitergabe von Wild auf (streunende) Haustiere ist auch der Mensch gefährdet. Füchse kommen bis in die Innenstadtbezirke auch der größten Städte vor. Ein weiteres, eigenständiges Tollwutrisiko bergen Fledermäuse. Alle verdächtigen Kontakte sind umgehend einem Arzt anzuzeigen, bei absehbarem Risiko ist die Impfung im Vorfeld der Reise angebracht. Aber auch dann ist der sofortige Gang zum Arzt überlebensnotwendig, wenn Verdacht auf eine Infektion besteht.

Krim-Kongo-Fieber ist eine durch Zecken übertragbare Viruserkrankung. Reisebeschränkungen sind im allgemeinen nicht erforderlich, allerdings sollte Vorsorge gegen Zeckenbisse getroffen werden.

Redaktion: (IMI), Bildquelle: (www.zecken.de)

 

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