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Impfen Leitartikel

01.09.2005

Konjugatimpfstoffe

Konjugatimpfstoffe versus Polysaccharidimpfstoffe

Bei einer Impfung wird das Immunsystem mit abgeschwächten Erregern (Lebendimpfstoffe) bzw. mit inaktivierten Teilen der Viren oder Bakterien (Totimpfstoffe) in Kontakt gebracht. Das Immunsystem ?merkt? sich dadurch charakteristische Strukturen des Krankheitserregers - das Antigen - und kann bei einem späteren Kontakt mit diesen Erregern sehr schnell und effektiv die körpereigene Abwehr dagegen mobilisieren. Bei manchen Krankheitserregern allerdings löst eine Impfung allein mit dem Antigen keine ausreichende und nachhaltige Immunreaktion aus.
Die bisherigen Polysaccharid-Impfstoffe z.B. gegen Meningokokken oder Pneumokokken sind besonders bei Kindern unter zwei Jahren schlecht immunogen und bringen auch Erwachsenen keinen langanhaltenden Impfschutz.

Nicht-konjugierte Polysaccharid-Impfstoffe induzieren zudem eine sog. Hyporesponsiveness. Hierbei handelt es sich um einen Effekt, bei dem auf weitere Gaben des Impfstoffes (Boosterung) die Immunantwort immer schlechter wird. Mehrmalige Auffrischimpfungen sind daher mit Polysaccharid-Impfstoffen schlecht möglich.

Die Antikörper Antwort fällt wesentlich stärker aus, wenn die Polysaccharide an Träger gekoppelt (konjugiert) werden. Als Träger werden bekannte, und wirksame Proteine, wie das Diphtherie oder das Tetanus Toxoid eingesetzt. Auf diese Weise wird das Antigen vom Immunsystem deutlich besser erkannt, was in der Folge zu einer stärkeren Immunreaktion und zur Stimulation eines immunologischen Langzeitgedächtnisses führt.

Zusammenfassung:

Polysaccharid-Impfstoffe

Konjugat-Impfstoffe

Gereinigte Polysaccharid Kapsel

Polysaccharid an Trägerprotein (z.B. Tetanus-Toxoid) gebunden

Kein Einsatz in nationalen Impfprogrammen

Einsatz in nationalen Impfprogrammen (z.B. England)

Schlechte Immunantwort < 2 Jahren

Exzellente Immunantwort < 2 Jahren

T-Zell unabhängige Immunantwort

T-Zell abhängige Immunantwort

Keine Stimulation eines immunologischen Langzeit-Gedächtnisses

Stimulation eines immunologischen Langzeit-Gedächtnisses

Schlechte ?Booster?-Antwort

Gute ?Booster?-Antwort

Ig-M Dominanz

Ig-G Dominanz

Quellen: IMI, www.meningokokken-online.de

 

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