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Impfen Leitartikel

12.01.2006

Masern

Masernimporte nicht unmöglich

In Rumänien sind im laufenden Masernausbruch seit Dezember 2005 mehr als 4.000 Kinder erkrankt, zehn verstarben bisher. Der Schwarzmeerhafen Constanta ist besonders betroffen: mehr als tausend Kinder in der Stadt wurden infiziert, die Hälfte von ihnen ist jünger als ein Jahr.

Rumänien hat Schwierigkeiten, die Bevölkerung ausreichend mit Impfstoffen zu versorgen (z.B. MMR); die WHO empfiehlt eine Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 95%, um eine Epidemie zu verhindern. Diese Zahl wird in vielen europäischen Ländern nicht erreicht. So wird denn auch die Hälfte aller in den EU-Ländern als "importiert" bezeichneten Masernfälle aus europäischen Nachbarstaaten eingeschleppt.
Die MMR-Impfung ist eine Standardimpfung, wer dennoch keinen Impfschutz hat (und die Krankheit nicht durchgemacht hat), sollte eine (jede!) geplante Reise zum Anlaß nehmen, die Impfung nachzuholen.

 

Masern sind keineswegs harmlos. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Erkrankten entwickelt sich eine Mittelohrentzündung, die zu Hörstörungen führen kann. Auslöser sind Bakterien, die den durch Masern geschwächten Körper leichter befallen können. Etwa sechs Prozent der Masernkranken erkranken an einer Lungenentzündung. Sie wird entweder durch das Masernvirus ausgelöst oder ist Folge einer aufgepfropften Infektion mit Bakterien. Noch gefürchteter ist eine Hirnentzündung (Masern-Enzephalitis). Ihre Häufigkeit beträgt nur 1:1000, aber 15 Prozent der Erkrankten sterben daran. Weitere 25 Prozent erleiden einen bleibenden Schaden. In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer dauerhaften Maserninfektion und Verkalkung des gesamten Gehirns. Diese Komplikation führt nach einem jahrelangen Siechtum immer zum Tod.
Ärzte raten deshalb zur Impfung. Diese ist bei Auslandsaufenthalten allgemein zu empfehlen, insbesondere Kinder sollten geimpft sein. Vorbildlich sind in dieser Hinsicht die USA. Hier sind die Masern fast ausgerottet. Es gibt nur noch wenige Erkrankungen, die aus dem Ausland eingeschleppt werden. Wenn die Kinder in allen Ländern geimpft würden, gäbe es die Masern bald nicht mehr. Das Virus befällt nämlich nur den Menschen.
Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt die MMR-Impfung (Mumps-Masern-Röteln) für alle Kinder und Jugendlichen, ferner für alle Personen, die beruflich Kontakte mit Kindern (und/oder Kranken) haben. Eine Impfung dient nicht nur dem eigenen Schutz, sondern ist auch ein Gebot der sozialen Verantwortung: Wer nicht erkranken kann (weil geimpft), kann die Krankheit auch nicht weiterverbreiten.

 

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