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Impfen Leitartikel

23.11.2007

4-valenter Kombinationsimpfstoff gegen Masern - Mumps - Röteln - Varizellen (MMRV)

Es ist anzunehmen, dass bei konsequenter Umsetzung der STIKO-Empfehlung nach Möglichkeit immer Kombinationsimpfstoffe zu verwenden, die Durchimpfungsraten gegen Masern und Windpocken (Varizellen) ansteigen werden. Bisher hat sich die Aufnahme einer weiteren Komponente in einen Mehrfachimpfstoff (Beispiel 5-fach oder 6-fach Impfstoff zur Grundimmunisierung der Säuglinge) immer positiv auf die Durchimpfungsraten ausgewirkt. Durch die konsequente Verwendung von Kombinationsimpfstoffen können Grundimmunisierungen früher abgeschlossen werden, Impfungen werden nicht so leicht ?vergessen? oder nicht durchgeführt. Ein häufiger Grund für unvollständige Immunisierungen im Säuglings- und Kleinkindalter stellen die häufigen Infekte in dieser Altersgruppe dar. Auch wenn die STIKO immer wieder darauf hinweist, dass banale Infekte, auch mit leichtem Fieber, kein Grund sind die Impfung zu verschieben, wird das in der Praxis oft nicht so gehandhabt. Jeder Impftermin, der sich durch Kombinationsimpfstoffe einsparen lässt, ist daher von Vorteil.

Durch die von der Fachinformation vorgegebene zweimalige Gabe des MMRV-Impfstoffes erhält der Impfling zwei Dosen Varizellenimpfstoff. Erfahrungen in den USA zeigen, dass Impfdurchbrüche nach einmaliger Gabe gehäuft vorkommen, sodass die Impfempfehlung in Zukunft sicher eine zweimalige Impfung gegen Windpocken wie in den USA vorsehen wird.

Der gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat sich in seiner ersten Impfrichtlinie ausdrücklich für die zweimalige MMRV-Impfung ausgesprochen. Leider gibt es trotz dieser Richtlinie weiterhin regionale Impfvereinbarungen, die davon abweichen. So wird z.B. in Bayern bisher von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die zweimalige MMR-Impfung und die einmalige Varizellenimpfung erstattet, nicht jedoch die zweimalige MMRV-Impfung. Für die Kinder bedeutet dies einen ?Piekser? mehr. Das Erreichen besserer Durchimpfungsraten für Masern und Windpocken ist mit diesem Vorgehen nicht umsetzbar. Mit freundlicher Genehmigung von www.impfbrief.de

(Autor: Ursel Lindlbauer-Eisenach)

 

 

 

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