Impf-doc.de

Druckversion

Impfen Leitartikel

06.06.2008

Meningitis

Noch großer Nachholbedarf bei Meningokokken-C-Impfungen

Die allgemeine Empfehlung der Meningokokken-C-(MenC-)Impfung zum Beginn des 2. Lebensjahrs in Deutschland mit Nachholimpfungen bis zum Jugendlichenalter führte zu einem starken Anstieg der Impferfassung. Für die Auswertung stehen die Verkaufszahlen von MenC-Impfstoff zur Verfügung. Vergleicht man Verkaufszahlen im Halbjahr vor der allgemeinen Empfehlung mit denen in den Halbjahren der Jahre 2006 und 2007 nach der Empfehlung, so ist eine durchschnittliche Steigerung auf etwa das 5-fache zu verzeichnen. Beurteilt man die Verkaufszahlen im Kontext einer von einer Marketingfirma durchgeführten Befragung (Meningokokken-Konjugat-Impfstoff erhalten oder nicht erhalten) unter Einschluss von mehr als 9.000 Kindern und Jugendlichen aus allen Bundesländern bis zum Alter von 18 Jahren, so ist einzuschätzen, dass Kinder und Jugendliche insgesamt bisher zu etwa 20% geimpft wurden: etwa 33% der Vorschulkinder, etwa 22% der jüngeren Schulkinder und etwa 10-15% der älteren Schulkinder und Jugendlichen. Die Befragung ermittelte darüber hinaus Daten hinsichtlich der Durchführung der Impfung beim Kinderarzt (Kinder- und Jugendmediziner) oder beim Hausarzt. 80% der Impfungen wurden vom Pädiater durchgeführt und etwa 10% vom Hausarzt (Allgemeinmediziner) mit leicht ansteigendem Anteil bei den älteren Schulkindern und Jugendlichen. Informiert über die Möglichkeit und Notwendigkeit der Impfung wurden Jugendliche und Eltern zu mehr als 80% durch den behandelnden Arzt bzw. in der Praxis ausliegende Informationsbroschüren. Freunde und Bekannte trugen in etwa 10% zur Information bei, nicht unerwähnt sei die positive Rolle von Informationsmaterial der Apotheken.
Für eine Erfolgsbeurteilung hinsichtlich der Inzidenzentwicklung ist es zu früh, zumal auch natürliche Schwankungen der Inzidenz zu beobachten sind. Beim Vergleich der Jahre 2006 und 2007 sind MenC-Erkrankungen um 35% zurückgegangen; im gleichen Zeitraum gingen MenB-Erkrankungen um 25% zurück.

Als Schlussfolgerung aus den Daten ist abzuleiten, dass mit der STIKO-Empfehlung des Jahres 2006 ein guter Einstieg in den Schutz vor MenC-Erkrankungen gelungen ist, dass jedoch noch großer Nachholbedarf besteht, um eine 80%ige Impferfassung der 2-Jährigen und einen ebenfalls hohen Grad an Nachholimpfungen zu gewährleisten. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei den Jugendlichen zugewandt werden, die neben den sehr jungen Kindern die zweithöchste Altersinzidenz aufweisen. Der Hausarzt sollte eine deutlich stärkere Verantwortung für die Umsetzung der Meningokokken-Impfempfehlung wahrnehmen. (Dittmann)

 

Inst4med
Tel: 0049 [0]30-473722-27
Fax: 0049 [0]3222-996758-3
www.impf-doc.de