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Impfen Leitartikel

23.09.2008

G-BA Dokumentation

Einheitlicher Dokumentationsschlüssel des G-BA noch nicht überall realisiert

In der Schutzimpfungsrichtlinie SiR aus dem Jahr 2007 hat der Gemeinsame Bundesausschuss in Anlage 2 einen Dokumentationsschlüssel für Impfungen beschlossen, der bundeseinheitlich ab dem 01.07.2008 anzuwenden ist und Gesetzescharakter hat. Der Dokumentationsschlüssel ist jedoch keine direkte Abrechnungsverordnung, jede KV kann in Absprache mit den Kassen einen anderen Abrechnungsschlüssel beschließen. Das ist natürlich Unsinn, denn dann müssten strenggenommen für jede Impfung die Dokumentstionsziffer und die Abrechnungsziffer in der Quartalsabrechnung angegeben werden. Somit haben sinnvollerweise die meisten KV-en die Dokumentationsziffern des G-BA gleichzeitig auch als Abrechnungsziffer eingeführt.

Leider ist das aber doch (noch?) nicht bundeseinheitlich geschehen und sieht z.Z. folgendermaßen aus:

Umsetzung des Dokumentationsschlüssels 1:1 seit 01.01.2008:

Baden Württemberg, Sachsen

Umsetzung des Dokumentationsschlüssels 1:1 seit 01.07.2008:

Hessen, Mecklemburg Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Rheinland Pfalz, Schleswig Holstein, Thüringen

Umsetzung des Dokumentationsschlüssels 1:1 ab 01.10.2008:

Bayern, Westfalen Lippe

Abrechnungsziffern abgewandelt nach G-BA (ohne Buchstabenerweiterung): ab 01.07.2008
(Dokumentationsziffer des G-BA muss zusätzlich dokumentiert werden !!!)

Berlin

Umsetzung des Dokumentationsschlüssels 1:1 zum 4. Quartal nicht vollzogen (noch alte Ziffern):

Brandenburg, Bremen, Hamburg, Saarland, Sachsen-Anhalt

Bei dieser unverständlichen Handlungsweise kam verwirrendermaßen noch hinzu, dass der erste Beschluss des G-BA aus dem Jahr 2007 gravierende Fehler enthielt. Der Impfbrief-online, die Impfdoc-Redaktion und der BVKJ haben daraufhin den G-BA aufgefordert, die Fehler zu korrigieren. Das geschah auch im Frühjahr 2008 und wurde schließlich im Bundesanzeiger Nr. 87 am 13.06.2008 veröffentlicht. Hierin ist für die Grippeschutzimpfung, wie Frau Nagler richtig zitiert, 89111 für die Standardimpfung von Personen über 60 Jahren und 89112 für sonstige Indikationen vorgesehen, jeweils ohne Buchstabenerweiterung, da es ja für die Influenzaimpfung werder eine Mehrfachdosis noch eine Auffrischimpfung gibt. Einige KV-en haben aber ihre Mitglieder nicht über die neue (korrigierte) Richtlinie informiert, so dass viele Praxen den "falschen" G-BA Schlüssel abgerechnet haben.

Alles ein absolutes Dilemma in in einigen KV-en und unverständlich dazu, haben die KV-en und Kassen doch im G-BA die Richtlinie zusammen mit den Ärzten verabschiedet. So kann man den Impfgedanken weder fördern, noch Impflücken schließen!

Die Berliner KollegInnen sind nicht zu beneiden. Sie müssen die eigenen Abrechungsziffern zur KV geben und die Impfungen zusätzlich nach G-BA dokumentieren. Wie diese "Berliner-Regelung" zu interpretieren ist entzieht sich unserer Phantasie.

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Links:

SiR - http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/641/
Berlin-Regelung - http://www.kvberlin.de/40presse/30kvblatt/2008/09/60_medizinthema/kvbr.pdf
Bundesanzeiger Nr. 87 - http://www.impfdoc.de/impfen/Download/2008-03-13-Schutzimpfung-Anl2_BAnz.pdf

 

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